Paule – eine gute Seele auf vier Pfoten

 

 

Seit Oktober 2005 ist die Golden Retriever Hündin Paule regelmäßig als Besuchshund im Reformierten Gemeindestift im Einsatz. An einem Nachmittag in der Woche oder einmal  in 14 Tagen besucht sie die Menschen dort auf den Stationen, in der Cafeteria, auf den Zimmern und im Außenbereich.  Doch nicht nur den Bewohnern bringt sie viel Freude in den Alltag, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich sehr, wenn wir kommen. Da die meisten Menschen im Reformierten Gemeindestift Paule im Laufe der Zeit kennen und liebengelernt haben, möchten wir Paule und ihr Leben vorstellen.

 

Wuff - mein Name ist Paule - eigentlich heiße ich Amelie vom Honigtal (A-Wurf), meine Golden Retriever Eltern sind Debbie und Tom. Ich wurde am 5. Oktober 2000, um 22.36 Uhr in Wuppertal geboren. Das dickste Mädchen war ich - mit 466 gr. Geburtsgewicht ein echter Pfundskerl -und das temperamentsvollste Tier im ganzen Wurf. Meine Geschwister heißen Ayrin, Aika, Ayk und Ashley, wir sind die ersten Kinder von Debbie. Meine ersten 8 Wochen verbrachte ich bei Brigitte Löchner in Wuppertal-Wichlinghausen und verlebte mit meinen Geschwistern und meiner Mutter eine wuffige Welpenzeit. Brigitte erzählt heute noch gerne, dass ich soooooo frech war, geknurrt und gebellt habe und immer spielen wollte, wenn die anderen Wurfgeschwister schliefen…. Meine Geschwister waren viel schneller müde als ich…

 

Im Alter von 8 Wochen kam ich am 2. Dezember 2000 in meine neue Familie. Steffi und Hansi begleiteten mich vom 5.Tag meines Lebens an und ich fühlte mich direkt so richtig wuffig wohl. Da gab es tolle Spielsachen, extra für mich gekauft, einen großen Hundekorb, in dem ich kleiner Wuff mir anfangs ganz schön verloren vorkam und einen immer gefüllten Wasser- und Fressnapf! Was mir gar nicht gut gefiel, war eine Welpenbox, mit herausnehmbarer Plexiglasscheibe. Fix habe ich dafür gesorgt, dass ich da nie wieder hinein musste. Doch das war das Einzige, was mir in meinem neuen Zuhause so gar nicht gefiel!

Die ersten 3 Wochen habe ich nachts bei Steffi und Hansi im Schlafzimmer schlafen dürfen. Nachts kuschelte ich mich dort in einen Laufstall, und wenn ich mal Pipi musste, habe ich gefiept. Gut funktioniert hat das: Sofort sprangen beide aus den Betten, Hansi trug mich zur Terrassentür ins Wohnzimmer hinunter, Steffi riss das Rollo hoch und ab ging’s nach draußen. Die beiden haben ständig „Paule, mach“ gerufen, aber es hat funktioniert. Ich war ja schon immer ein kluger Wuff, habe mein Pipi gemacht und dann ein Leckerlein abgestaubt. Fein war das! Steffi und Hansi haben immer einen Weihnachtsbaum schon zum 1. Advent. Das war damals auch so. Es heißt nämlich immer „der Hund ist in unser Leben gekommen“!!  Immer brüllten die beiden „nein“, kaum dass ich mich diesem Ungetüm näherte…. Soooo interessant war der Baum ja nun auch wieder nicht… Das war überhaupt so eine Sache - ständig hörte ich „nein“, ein ziemlicher geringer Wortschatz war das anfangs. Na ja, diese Wort nervt mich noch heute so, dass ich immer (hmm, meistens!. sofort höre, wenn dieses Wort ertönt.

 

Silvester 2000/2001 – ich war gerade mal 12 Wochen alt -  habe ich meine Lieben dann ganz schön in Aufregung versetzt. Kurz vor 24 Uhr musste ich Pipi, als die ersten Böllerschüsse ertönten, habe ich mich so erschrocken, dass ich panisch weggelaufen bin. Ich hatte solche Angst vor dem Lärm und den Farben am Himmel, dass ich die ganze Nacht umher geirrt bin. O je, Steffi und Hansi haben mich gesucht und haben sich die Augen aus dem Kopf geheult. Morgens um 8 Uhr bin ich dann um die Ecke gefetzt und habe mich vor die Terrassentür gesetzt. Uiuiuiui - haben die sich gefreut. Es ist nämlich ein Wunder, dass so ein junger Hund in dem Alter nach Hause findet, ich hatte nämlich noch keinen Heimkehrtrieb. Aber ehrlich gesagt, ich war auch heilfroh wieder daheim zu sein. Seit diesem Ereignis war unser Vertrauen zueinander noch tiefer geworden, da gibt es nix daran zu rütteln, wuff! Außer einer Bindehautentzündung habe ich da auch nichts zurück behalten - puh.

 

Tja, und dann musste ich in die Hundeschule. Das war gar nicht so fein, da musste ich nämlich ganz viel lernen. Hatte doch die Tierärztin gemeint, als ich so ca. 4 Monate alt war, dass ich eine dominante Hündin wäre und dringend an meiner Erziehung gearbeitet werden müsste. O je, Steffi und ich waren damals heftigst zerknirscht… Zuerst waren wir in einer Hundeschule in Gelsenkirchen, da wurden ausschließlich Golden Retriever erzogen. Das fand ich echt ätzend. Gott sei Dank verstanden  Steffi, Hansi und ich uns blind und wir sind nach Gevelsberg in eine Hundeschule gewechselt. Dort waren alle möglichen Rassen vertreten und ich wurde sofort der „Rockergruppe“ zugewiesen. Hier habe ich dann eine Menge gelernt - meine Menschen aber mindestens genauso viel, wenn nicht noch mehr wie ich! Nach einem Jahr waren die zwei dann der Meinung, dass das Gelernte reicht, ich sollte ein Hund bleiben. Das war eine weise Entscheidung. Klar, zu verbessern ist auch heute noch immer mal wieder etwas, aber wir kommen gut zurecht, ich weiß, wo meine Grenzen sind - außer ich vergesse die ganze Welt um mich herum, wenn ich nach Mäusen buddel….Aber ich kann mich nicht beklagen!

 

Mir geht es prima, ich werde geliebt, so wie ich bin, auch wenn ich mich liebend gerne in Jauche wälze… Mit Konsequenz habe ich leben gelernt und ich kriege ja auch immer meine Kuscheleinheiten. Und übrigens, die besagte Tierärztin meinte einige Monate später, als ich über Nacht in der Praxis bleiben musste (ich wurde im Sommer so krank, dass ich fast gestorben wäre), dass ich jederzeit wieder kommen könnte, die Erziehung hätte ja echt gefruchtet! Da waren wir vielleicht  stolz, Steffi und ich.

Vormittags gehe ich mit Steffi immer ins Büro, d.h., Steffi arbeitet und ich gehe ins Büro zum Schlafen. Steffis Kolleginnen freuen sich immer einen Ast ab, wenn ich morgens komme, freudig brummend alle begrüße und elegant meine Pfote hebe - Möhren abstauben ist angesagt. Dann ruhe ich mich aus, schließlich bin ich morgens um 7 Uhr schon auf großer Paulerunde! Mich interessiert auch überhaupt nicht, wenn in Steffis Büro das Telefon oder die Türglocke bimmelt. Das funktioniert aber auch nur, weil ich weiß, dass der Rest des Tages mir gehört. Nach dem Büro geht’s ab nach Hause und dann gaaaaanz lange auf Hunderunde in den Wald.

 

Neben Steffi und Hansi gibt es da noch jemanden, der ganz wichtig für mich ist, das ist meine „Hupfdohle. Eigentlich heißt meine „Hupfdohle“ Kurt. Doch der bricht sich dauernd den Fuß und hupft mit Stäbchen durch die Weltgeschichte. Aber egal, das ist ein toller Mensch, auch wenn er morgens schon mal ohne Brille, Leine, Schlüssel, Pfeife mit mir auf die Hunderunde geht. MICH hat er noch nie vergessen! Die tollen Fotos von mir, die macht er! Und wisst Ihr was? Kurt schreibt auch herzergreifende Lieder über mich! Ansonsten verbringe ich mein Leben auf dem Land. Hier in Herzkamp gibt es eine riesige Wiese, ganz für mich alleine - ein Paradies für Wuffs, wie mich!!! Hier nehme ich Spuren auf von Hasen, Mäusen, Waschbären, Füchsen und Rehen…

 

Sonntags fahren Steffi, Hansi und ich ganz oft auf die Rheinwiesen nach Düsseldorf. Da habe ich meinen Spaß!!!! Ich springe in den Rhein, paddel wild herum und kühle meinen flauschigen Bauch - schwimmen kann ich nicht so wirklich, na ja, ich kann es wohl schon, aber das ist mir dann doch zu nass, so Kopf und Schwanz unter Wasser - iiiiiiiih. Da hingegen sind mir frisch gedüngte Jauchefelder viel lieber!!! Ich wälze mich ausgiebig und fühle mich so richtig wohl in meinem Fell. „Douglas für Hunde“ sagt Steffi immer… Nun ja, wenn ich mich auf den Rheinwiesen ausgetobt habe, dann flaniere ich über die . Die Leute, die vorbei schlendern, bewundern mich immer, dabei ist dieser Bummel soooooooo langweilig für mich. Die Geschäfte sind Gott sei Dank geschlossen, aber das würde mir auch keiner antun, mich stundenlang in die Läden schleppen. Nur ganz selten mache ich einen kurzen Stadtbummel mit, dann bin ich so brav und wieder ist alle Welt begeistert von mir.

 

Das hört sich fast so an, als hätte ich keine Macken, was? Ich bin ja eine ehrliche Haut: stur sein kann ich, ohhh! Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, will ich mich durchsetzen, aber das passt gut in die Familie!!! Und Autofahren, das mag ich so gar nicht und ich lasse mir alle Zeit der Welt, bis ich endlich auf der Ladefläche Platz nehme. Diese Kurven und überhaupt, äh. Dabei wurde extra ein neuer Pauleexpress angeschafft mit ganz viel Platz für mich und einer Klimaanlage. Seufz, ich hasse nun mal Auto fahren, so!

 

Als ich mal wieder nicht so fit war, sind wir zu Herrn Dörre nach Gevelsberg gefahren. Der ist Tierheilpraktiker und hat mich so richtig auf Vorderhund gebracht. Entgiftet wurde ich und das Futter umgestellt. 8 Wochen lang gab’s nur Reis und gekochtes Rindfleisch für mich! Alle haben gestaunt, dass Steffi soooo toll für mich gekocht hat - Ihr müsst nämlich wissen, Steffi isst wahnsinnig gerne, aber selber kochen, das kann sie zwar, aber sie macht es überhaupt nicht gerne… Kurt hat Aldi und Landmetzgerei Kruse leer gekauft, Steffi gekocht, Hansi und Kurt haben mein Fressen finanziert und klein geschnibbelt - nee, war das schön….. Steffis Freundinnen haben dann netterweise festgestellt, dass ich das geschafft habe, was die Männer nicht geschafft haben: sie stand täglich am Herd nur für mich!!! Am Ende gab’s eine Fellanalyse  und dann wurde auf neues Trockenfutter umgestellt - hmmmm, das schmeckt und ich habe kein Bauchweh mehr. Weil der Herr Dörre dann noch fest gestellt hat, dass mein Herz nicht so ganz fit ist, gibt’s 3x täglich Weißdornextrakttabletten, Globuli (das sind so winzige, weiße Kügelchen und 2x täglich Betablocker - äh, die mag ich nicht, aber meine Einheit kennt da kein pardon. Na ja, Pfote auf’s Herz, mir geht es viel besser als früher. Das ist schon ein kluger Mensch, unser Herr Dörre! Da hat er doch festgestellt, dass mein Herz so heftig arbeiten musste, als ich in meinem ersten Lebensjahr so krank war, um den Infekt zu besiegen. Aber eine Paule kämpft! Mein Leben ist so lebenswert! Dann hatte ich plötzlich eine Blasenentzündung, später eine Zerrung am Vorderbein und irgendwann verlor ich ganz viel Fell - aber unser Freund Dörre hat immer geholfen.

 

Aus medizinischen Gründen stand vor 3 Jahren eine Kastration bei mir an. Herr Dörre hat mich mit Spritzen und anderer homöopathischer Medizin darauf vorbereitet. Obwohl es eine schwere Operation war, habe ich diese gut überstanden. Die Ärztin in der Tierklinik war ganz lieb und Steffi durfte im Nebenraum auf mich warten. Es war schon heftig als die Ärztin meinte, Steffi wisse ja, dass ich ein sehr herzkranker Hund sei und sie nicht garantieren könne, dass ich die OP überlebe. Herr Dörre schicke ihr immer seine ärmsten Schätzchen…. Aber Steffi war ganz tapfer und ich natürlich auch. Als ich aus der Narkose aufwachte, war Steffi bei mir und hielt die Pfote.

 

Im April vor 3 Jahren haben wir ein paar Tage in Freiburg Urlaub gemacht. Als wir wieder nach Hause kamen, ging es mir sehr schlecht, ich war soooo schlapp und ich war zur Herzuntersuchung in der Tierklinik. Dort wurde festgestellt, dass ich, was mein Herz betrifft, gut eingestellt bin. Allerdings produzierte mein Körper keine weißen und keine roten Blutkörperchen mehr und die Ärzte vermuteten, ich hätte einen Tumor im Körper. Eine Knochenmarkspunktion sollte Aufschluss geben. Meine lieben Menschen sind aber erst wieder mit mir zu Herrn Dörre gefahren und der schüttelte sein weises Haupt: der Hund ist herzkrank, aber hat keinen Krebs.

 

Er untersuchte mich auf Reisekrankheiten: ich habe Babesiose. Babesien werden von der Auwaldzecke (die ist in Süddeutschland heimisch) auf Tiere übertragen. Die Krankheit wird Hundemalaria genannt. Wird sie nicht frühzeitig erkannt, verläuft sie tödlich. Herr Dörre hat mal wieder geholfen mit seiner guten Medizin. Regelmäßig wird Blut abgezapft und untersucht. Doch ich weiß, der Mann hilft mir und will nur mein Bestes. In seiner Praxis springe ich schon immer freiwillig auf den Untersuchungstisch, da freut sich der Herr Dörre ganz doll drüber!!!

 

Ich weiß nicht, wer glücklicher über die Bekanntschaft mit Herrn Dörre ist - meine Menschen oder ich?! Das ist ein feiner Kerl, der redet nicht lange herum, sondern behandelt mich und beantwortet mit Engelsgeduld alle Fragen, die Steffi und Co. ihm stellen.  Wie ich Kurt kenne, gibt es bestimmt bald eine neue Strophe im Paule-Lied über Herrn Dörre!!!

 

Besonders liebe ich ja unsere Hunderunden mit Brigitte, Debby, Ayrin und Tessa und Joy - da geht echt der Wuff ab. Brigitte lieben wir alle heiß und innig, und es ist nur zu wünschen, dass noch viele Goldies ihrer Hobbyzucht entspringen. Sie ist so verantwortungsbewusst und liebevoll und setzt sich trotzdem bei den Vierbeinern durch. Allen Fragen unserer Menschen ist sie immer geduldig und aufgeschlossen gegenüber - ein wunderbarer Mensch, da komme auch ich immer wieder ins Schwärmen, hmmmm….Guckt doch mal auf ihre Homepage www.honigtal.de, da ist meine Familie zu sehen!!!

 

Steffi gibt immer voller Stolz Brigittes Adresse weiter, wenn mich Leute bewundern, weil ich so ein schönes Gesicht und eine klasse Figur habe. Dass ich mir auf diese Komplimente nichts einbilde, dafür sorgt meine Familie, die hat nämlich etwas gegen eingebildete Hunde. Keine Sorge, aus mir wird nie eine Dame, auch wenn ich Amelie vom Honigtal heiße! Ich bin und bleibe die allerbeste Paule der Welt!

 

Im Februar 2010 bekam ich ein 24-Stunden-EKG. Wir fuhren in die Tierklinik nach Duisburg und Dr. Kresken legte mir das Gerät an. Steffi bekam den Auftrag auf einem DIN A 4 Blatt zu notieren, was ich in den 24 Stunden so gemacht habe: Spielen, schlafen, fressen, kuscheln ….. Zu der Zeit hatten wir hier 55 cm Tiefschnee und natürlich schrieb Steffi auf, dass ich 1 ½ Stunden Paulerunde im Tiefschnee gemacht habe. Als wir den schriftlichen Bericht erhielten, hat Steffi sich weg gelacht. Einmal in 24 Stunden schnellte mein Herzschlag auf 147 Schläge je Minute nach oben, aber nicht bei der Hunderunde im Tiefschnee , sondern zur Fütterungszeit, gegen 18.10 Uhr. Was ist daran so lustig??? Ansonsten sind alle ganz beruhigt, da aktuell keine Gefahr besteht, dass ich tot umfalle.

 

Wuff, Steffi sagt, ich stinke gen Himmel…. Die Wiese hat so herrlich geduftet am Rentnerweg, da konnte ich als echter Goldie nicht widerstehen. Hmmmmmmm, schöööööööööön – Douglas für Hunde eben. So nass und stinkig war ich, dass Steffi gnadenlos 5 (!) große Gießkannen mit – immerhin warmem – Wasser über mich gegossen hat und mich mit Hundeshampoo bearbeitet hat. Brrrrrrrrrrrrr. Hundeshampoo hat sie für den Notfall. Was, bitte, ist ein Notfall??? Ihr müsst wissen, dass ich in meinen bisherigen 9 Hundejahren nur 3 x mit Gießkanne oder Gartenschlauch abgeduscht wurde, ich bin nämlich wasserscheu….. Aber, ich habe nicht aufgemuckt, wuff. Und dann habe ich mich im Wohnzimmer ausgiebig geschüttelt……………. Aber ein großes Leckerlein gab es zur Belohnung, weil ich so brav still gehalten habe beim Duschen und mit dem Schwanz gewedelt habe, als die Prozedur vorbei war……..

 

Fußballweltmeisterschaft 2010 – und ich habe meine Vorliebe für diesen Sport entdeckt!!! Jedes Deutschlandspiel habe ich miterlebt, beim VfL Gennebreck, auf Großbildleinwand. Da war vielleicht Stimmung! Für die Zweibeiner gab es lecker Bier und Würstchen, für mich eine Deutschlandgirlande, die ich stolz getragen habe. Natürlich habe ich ganz laut „Tooooooooooooooooorgewufft, wenn unsere Mannschaft eines geschossen hat. Und das schönste ist: Ich bin der Edelfan vom VfL Gennebreck und auf der Homepage verewigt – ist das nicht super?

 

Im August waren wir ein paar Tage am Möhnesee und haben dort Kurzurlaub gemacht! Ohhhhhh, ist das schön! Ab ins Wasser, herrlich! Enten und Blesshühner habe ich beobachtet, die können aufgeregt schnattern…. Wir haben eine große Paulerunde durch den Arnsberger Wald gemacht und sind einen Pfad entlang gelaufen, um den Rückweg abzukürzen. So gerne stromere ich durch das Unterholz, dass ich ringsum mich herum die Welt vergessen habe. Steffi hat gepfiffen und gerufen, ich habe nichts gehört… Eine halbe Stunde hat sie nach mir gesucht, ich war weg… Au weh. Ich habe die Orientierung verloren, das ist mir noch nie passiert in meinem fast 10 jährigem Pauleleben und bin in meiner Panik zum Auto gelaufen, dass auf einem großen Parkplatz abgestellt war und bin dort unruhig herum gelaufen. Irgendwann kam Steffi, die der Verzweiflung nahe war, und hat mich erleichtert in ihre Arme geschlossen. Das war ein schlimmes Erlebnis für uns und ich bin ihr nicht mehr von der Seite gewichen. Steffi hat mich dafür gelobt, dass ich so ein kluger Paule-Wuff bin und instinktiv zum Auto gelaufen bin. So bin ich eben!

 

2012 war ich sehr krank, fast das ganze Jahr. Durch eine üble Zecke habe ich Anaplasmose bekommen, dadurch wurde eine chronische Darmentzündung ausgelöst. 9 Monate hat Steffi für mich Rindfleisch mit Kartoffeln gekocht, kiloweise, Kurt ist nachts im Stundentakt mit mir nach draußen, weil ich Dünnpfiff hatte.

 

Alle haben um mein Leben gebangt. 162 (!) mal war ich bei Klaus Dörre zur Behandlung, zu jeder Tages- und Nachtzeit, habe Spritzen und Infusionen bekommen, bin beim Tierarzt geröntgt worden, es war keine schöne Zeit. Aber: ich hatte immer noch Spaß am Leben und WIR haben es alle GEMEINSAM geschafft!!!! Ich bekomme seit letztem August wieder mein Trockenfutter, aber nichts, rein gar nichts an Leckerleins zwischendurch. Klaus Dörre hat gesagt, „der kleinste Diätfehler zieht eine Katastrophe nach sich…“Meine Menschen achten konsequent darauf, dass keiner mir etwas zusteckt. Ich bin eine kluge Paule und vertraue auf meine Menschen, es wird richtig sein so!!!

 

Bald werde ich 13 Jahre alt, meine Ohren funktionieren nicht mehr so wirklich und ich orientiere mich an Handzeichen und Mimik. Macht nix – das Leben ist herrlich und ich bin nach wie vor mitten drin! Die Hinterläufe, vor allem der rechte, sind schwach geworden und ins Auto springen schaffe ich nicht mehr so gut.

 

Es gibt eine Rampe oder Kurt hebt mich ins Auto, er braucht kein Fitness Studio,  wau! Steffi mit 48 kg tut sich etwas schwerer meine knapp 28 kg ins Auto zu schaffen, aber gemeinsam kriegen wir das hin. Meine Hunderunden liebe ich weiterhin und genieße es immer noch mit meinen Menschen 3x täglich on tour zu sein. Ich gebe das Tempo vor, mein Ziel erreiche ich immer, auch wenn es dauert…und ist die Wiese frisch gemäht, dann wälze ich mich leidenschaftlich darin!

 

Bächleins sind eine wahre Freude, wenn isch auch nicht der typische Golden Retriever in puncto Wasser bin. Steffi meint, ich bin der einzige Golden Retriever, der gelobt wird, wenn er im Wasser war. Seit November habe ich einen neuen Freund: Spike, ein brauner Labrador. Er gehört Sonja, sie hat ihn aus dem Tierheim geholt. Spike ist ungefähr so alt wie ich und wir vier sind ein Dream Team. Spike und ich trödeln durch den Wald nach Herzenslust, wir haben die Ruhe weg und die Mädels klönen…. Spike ist ein ganz freundlicher Zeitgenosse, er hat mir sogar seine Lieblingsdecke zuhause angeboten als ich ihn besucht habe.

 

In die ESG gehe ich auch weiter mit Steffi, auch wenn ich manchmal lieber morgens zuhause weiter schlafen möchte, statt so früh los zu ziehen…, aber ich genieße es weiter von Studierenden und anderen lieben Menschen gestreichelt zu werden. Und: alleine zuhause sein ist blöd…

 

Übrigens: bei dem Lied „All Over the Place“ habe ich einen Gastauftritt – hört beim Anfang und beim Ende mal ganz genau hin!!!!Wuff!

…Steffi möchte auch noch etwas sagen:

 

Alte Hunde sind etwas ganz Besonderes. Ihre Ausstrahlung, ihr Charme sind einzigartig. Die Liebe zu Paule ist so innig und tief und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Blindes Verstehen auf beiden Seiten, ein Blick genügt um zu verstehen. Möge sie uns noch einige Jahre in unserem Leben begleiten!

 

Ende März 2014 traf mich der Schlag, ja, ich hatte einen Schlaganfall….

Klaus Dörre hat das festgestellt, als er mich eigentlich weiter behandeln wollte, weil mir zwei Wirbel herausgesprungen waren. Eine junge Hundedame war mir beim Toben versehentlich auf meinen von Spondylose geplagten Rücken gesprungen. Ich habe geschlafen, tief und fest, und weil ich nichts mehr höre, habe ich nicht gemerkt, dass der junge Wicht sich übermütig näherte. Autsch, ich habe meine Gräten nur noch von mir gestreckt.

 

Nachts habe ich dann einen Schlaganfall gehabt, meine rechte Seite war ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden. Mein Kopf war „rechtslastig“, gelaufen bin ich nicht, ich bin regelrecht geschossen, so schwindelig war mir. An Klaus Dörres Stimme und den Blicken meiner Lieben habe ich gemerkt, dass es sehr kritisch um mich stand. Klaus sagte, dass es in den nächsten 8 Tagen nur ums Überleben gehe… Kurt hat mich die Treppe zu unserer Wohnung hinauf und herunter tragen müssen und raus bin ich nur zum Pipimachen und Häufeln. So jämmerlich habe ich mich gefühlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ich habe gekämpft, wie eine Paule immer in ihrem Hundeleben gekämpft hat! Im Oktober werde ich 14 Jahre alt und das Leben ist doch soooooo schön… An Tag 3 nach dem Schlaganfall habe ich abends ein Stöckchen getragen, wau, wir haben alle gejubelt!!!!! Dann ist es jeden Tag ein bisschen bergauf gegangen. Letzte Woche habe ich wieder mit Appetit gefuttert und reichlich Wasser geschlürft, kleine Hunderunden geschafft. Vorgestern habe ich das erste Mal wieder gewufft und gestern habe ich mich geschüttelt, ohne dabei umzufallen, jawau! So viele liebe Menschen und Hunde haben an mich gedacht, das tat nicht nur meiner Hundeseele gut!

 

Eines ist ganz klar: Ich bin und bleibe Paule – die Kämpferin!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Im Oktober bin ich 14 Jahre alt geworden und meinen Geburtstag haben wir toll gefeiert. Ich habe viele neue Stoffis geschenkt bekommen – Steffi meinte, dass ich nun mindestens 199 Stoffis habe. Für die Zweibeiner gab es Kaffee und Kuchen und mein Liegeplatz war mit bunten Luftballons geschmückt.

 

Meine Ohren sind taub, meine Augen sind noch ganz gut und meine Schnuppernase funktioniert hervorragend!

Die Hunderunden werden kürzer, aber ich habe nach wie vor viel Spaß, wenn ich Stöckchen schleppe. Ab und an falle ich plötzlich um, meine Beine wollen nicht mehr immer so, wie ich es will. Steffi und Kurt jage ich dann einen großen Schrecken ein. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Aber: nicht lange schwächeln, Knochen sortieren, aufrappeln und weiter laufen!

Ins Büro gehe ich nicht mehr so oft mit, sondern schlafe mich zuhause aus. Aber 1-2 mal in der Woche nimmt Steffi mich mit.

Mitarbeiter_innen und Studierende freuen sich immer, wenn ich dabei bin, und mir sind viele Streicheleinheiten sicher!

 

Das Christkind hat mir schon einige Wochen vor dem Fest einen Lammfellschlafplatz beschert. Der super Tipp kam mal wieder von Brigitte, meiner Züchterin. Herrlich flauschig und warm habe ich es darauf. Kein Wunder, dass meine Schläfchen länger werden…

 

Damit ich nicht friere, habe ich einen warmen Fleecemantel bekommen. Kriegt bloß keinen Schrecken, nix mit Blümchen und Schleifchen oder so. Zweckmäßig und warm für einen golden Oldie wie mich. Dieser Tipp stammt von „meinem“ Tierheilpraktiker Klaus Dörre. Bei Temperaturen ab 0 Grad und kälter laufe ich damit durch die Welt. Hauptsache, ich kann mich so verpackt noch auf meiner Lieblingswiese wälzen!

Ihr seht: Nach wie vor habe ich Spaß am Leben!

 

Den Silvesterabend habe ich inmitten meiner Stoffis auf meinem Lammfell geschlafen.  Um 23.57 Uhr bin ich aufgestanden und ins Schlafzimmer, in mein Hundebett, gewackelt.

Von der Knallerei habe ich nichts bekommen. Dieses Spektakel hat mir nie etwas ausgemacht, auch nicht, als ich noch hören konnte. Aber meine Menschen waren auch immer bei mir!

Nun sehe ich dem neuen Jahr entspannt entgegen und hoffe, dass ich in meinem 15. Lebensjahr noch viele schöne Dinge erleben werde.

 

Je älter ich werde, desto größer werden die Stöcke, die ich schleppe J! Damit halte ich das Gleichgewicht besser, sonst haut es mich schon mal um.




 

 

 

 

 

 

Zwar bin ich taub, aber mein 7. Sinn funktioniert hervorragend: ich spüre genau, wann Futterzeit ist und um ganz sicher zu gehen, dass mich keiner vergisst,

lege ich mich vorsichtshalber schon mal eine Stunde vor der Zeit in die Küche – sicher ist sicher. Überhaupt lege ich mich gerne quer in jede Tür und in jede Engstelle, nach dem Motto „nur über meine vier Pfoten“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autofahren ist eine eine einzige Katastrophe für mich und ich klappere ab und zu lautstart mit den Zähnen, in diesem Fall vor Angst. Steffi und Kurt fahren dieses Jahr wieder nicht in Urlaub, weil die Autofahrt viel zu stressig ist für mich alten Wuff.

Ich habe ganz schön Glück mit meinen Menschen!

Es gibt aber auch Situationen, da klappere ich vor Freude mit meinen Zähnen, wenn ich z.B. Sonntagmorgens um 7 Uhr vor Steffis Bett stehe. Dann  freue ich mich, dass meine Menschen wach werden und aufs Ausschlafen verzichten.

 

Ich gehe nur noch 1-2x in der Woche mit Steffi ins ESG Büro.

Letztens hatte ich dort Premiere. Jeden Mittwochmittag findet im Raum der Stille eine 20 minütige Andacht statt, die ATEMPAUSE. Diese hat mich bisher nie interessiert, aber an jenem Mittwochmittag war es anders. Ich bin gemächlich hinter den Studierenden her getappert, habe eine Runde durch den Raum gedreht, um mich dann andächtig in die Mitte zu legen.

Das Thema lautete „Gott ist mitten unter uns“. Das war so schön!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ich habe es tatsächlich geschafft: am 05. 10. 2015 habe ich meinen 15. Geburtstag gefeiert – was für ein Geschenk! Umgerechnet bin ich jetzt 105 Menschenjahre alt. Als Lehrmeisterin für Glück, Zufriedenheit und Freude habe ich jeden Tag meines Lebens in diesen 15 Jahren zu einem Festtag für meine Menschen gemacht! Eine neue, warme Kuscheldecke habe ich sofort in Beschlag genommen und auch ein neuer Stoffi wurde von mir freudig durch die Wohnung geschleppt. Ich war an meinem Ehrentag richtig gut drauf und habe ihn ausgiebig genossen – meine Menschen auch!

 

Weihnachten 2015 – zur großen Freude meiner

Lieblingsmenschen habe ich es erlebt und war beim Geschenkeauspacken natürlich mittendrin!

Ins Jahr 2016 bin ich selig ratzend in meinem Bettchen gestartet – wer hätte das gedacht?! In Menschenjahre umgerechnet bin ich nun fast 107 Jahre…

 

 

 

Paule – Hunderunde am 2. Weihnachtsfeiertag 2015

 

Die ersten Monate im Jahr 2016 habe ich, meinem Alter entsprechend, gemächlich, aber mit viel Lebenslust und vor allem gutem Appetit zugebracht. Manchmal bin ich sogar wie ein junger Hund durch unsere Siedlung gefetzt, um nur ja nicht meine Mahlzeit zu verpassen…

Karneval, Ostern, Geburtstage meiner Menschen habe ich miterlebt. Meine Kräfte ließen mehr und mehr nach und Anfang Mai kam auch noch ein Nierenproblem dazu. So musste ich in den letzten Wochen Pampers tragen, was ich mir mit großer Geduld gefallen ließ. Hauptsache, mein Futternapf war immer gut gefüllt und das tägliche Stöckchen war ein muss. Das Heranschleppen meiner Stoffis, wenn Steffi in der Küche zugange war, brachte mir so manches Leckerlein ein…

In diesen letzten Wochen meines so langen und ausgefüllten Lebens habe ich mit meinen Menschen noch vieles unternommen. So gingen wir überall dort nochmal meine Runden, wo ich Zeit meines Lebens viel Freude hatte:

Am Rentnerweg in Herzkamp, bei Bauer Bredtmann, in der kleinen Schweiz und am Bergerhof. Ich war noch auf Geburtstagen dabei, beim VfL und in der ESG. Ich wollte in dieser letzten Zeit nicht mehr alleine sein. Nachdem ich das alles nochmal erlebt hatte, zeigte ich meinen Menschen Anfang Juni, dass meine Kräfte jetzt erschöpft waren. Am 2. Juni 2016 war ich bereit über die Regenbogenbrücke zu gehen. Meine Menschen haben das verstanden und mir den Weg dorthin frei gemacht.

Nun bin ich im Hundehimmel.

Ich wurde 15 Jahre und fast 8 Monate alt und hatte das

wunderbarste Hundeleben, dass man sich nur vorstellen kann.

 

Nachruf:

Paule hat unser glückliches Leben bereichert und fehlt uns sehr.

Bei aller Traurigkeit sind wir unendlich dankbar für diese tolle Zeit mit unserer allerbesten Paule.

Wir haben sie am 2. Juni in Liebe gehen lassen…….